JESUS UND NUTTEN UND WAS DAS MIT LOCAL CHURCH ZU TUN HAT…

Es gibt viele Gründe, warum Kirche in unserer Generation Y so gut wie keine Relevanz mehr hat. Man könnte da wohl viele Gründe nennen…

Mir liegt ein Grund am Herzen, den ich auch für wichtig halte.

 

Wenn Kirche die Bedeutung für ihren Ort verliert…

Kirche ist nicht das Gebäude. Es ist nicht die Institution. Es ist keine Religion.

Es sind die Menschen, die Kirche ausmachen und repräsentieren.

Kirche hat in der eigentlichen Intention auch den Ausdruck eine Gemeinschaft in, mit und für den Ort vor Ort zu sein.

Kirche hat ihren Herzschlag, wo die Menschen sind.

Kirche identifiziert sich mit den Menschen, die um sie leben.

Kirche versteht die Bedürfnisse der Menschen, die vor Ort leben.

Kirche kennt die Lebenswelt ihrer Nachbarn.

Kirche reflektiert ihren Ort und kann mit dem Evangelium auf ihre Lebenswelt Antworten leben.

Wenn Vereinsamung die Menschen dort plagt, dann braucht es Kirche mit starker integrierender Gemeinschaft.

Wenn Ungerechtigkeit sein Unwesen im geographischen Sektor der Kirche treibt, dann hat Kirche als Erstes die Aufgabe, dort durch Gottes Evangelium für Gerechtigkeit zu sorgen.

Und so weiter…

 

Gott – der Local höchstpersönlich

IMG_6856.CR2

BHFSVRTL FRANKFURT

In keiner Weltanschauung kommt ein Gott höchstpersönlich auf die Erde (Weihnachten) – sogar sehr arm (dreckige Stall-Verhältnisse) – und geht auf Augenhöhe mit den Menschen – mehr noch – wäscht den Menschen voller Demut die Füße. Hängt zum Beispiel mit Nutten ab. Bekommt die Füße von Ihnen gewaschen, weil er sie wertschätzt und nicht wie viele andere Männer ausnimmt…

In keiner Weltanschauung gibt es solch eine Person und solch einen Gott zugleich der in den Kontext der Menschen kommt. Einfach so. Von sich aus.

Der christliche Gott ist kein Gott der sich von der Welt fernhält, weil er sich zu fein ist. Er ist auch kein Gott dem alles gleichgültig ist.

Gott sorgt für Gerechtigkeit. Nicht im Himmel, sondern auf der Erde.

Das nennt man die Inkarnation Gottes – Dass Gott in Jesus selbst auf die Erde kommt und dadurch die Lebenswelt der Menschen total annimmt und versteht. Er versteht hier. Er liebt hier. Er wertschätzt hier. Er geht hier voran.

 

Was ich mir konkret wünsche

Ganz konkret wünsche ich mir eine Kirche, wo alle Leute, die im Gründerteam dabei sind in Frankfurt wohnen. Am Besten im Innenstadtring.

Das ist keine Regel, sondern eine Vision aus Liebe. Aus Wertschätzung zu Menschen, denen ich Jesu Liebe vorleben möchte, lebe ich auch unter Ihnen. Die Stadt  Frankfurt pulsiert im Zentrum. Nicht am Rand. Ich merke selbst, wie viele Vorteile das bringt.

Vorteile, wenn man eng geographisch wohnt:

1. Man kann sich schneller besuchen. Man spart Zeit. Effektiv.

2. Ist nicht unbedingt teurer, wenn man Sprit/Bahnkosten mit einrechnet.

3. Man kann besser miteinander Leben gestalten.

4. Man kann spontaner sein.

Man sieht auf der Karte zwei schwarze Ringe. Der engere Ring ist die Innenstadt mit den urbanen Innenstadtvierteln. Hier ist es Ideal zu wohnen um die Lebenswelt eines Frankfurter zu verstehen. Der äußere Ring ist schon sehr anders vom Charakter und tendenziell nicht mehr so passend. Wichtig: Der Strich gibt eine Tendenz, nicht eine genaue Trennlinie vor.

Was ich noch cool in Frankfurt finde: Man kann total zentral und gleichzeitig sehr ruhig wohnen. Es gibt einige Wohngebiete, die besonders ruhig sind und Parks wo man angrenzend wohnen kann.

2000px-Frankfurt_Subdivisions_boroughs.svg

 

27 “Out of the Box Ideas” wie man Gottesdienst feiern kann…

Ich denke gerne “Out of the box”.

Einfach mal neue Wege gehen. Nicht starr bleiben. Trotzdem sich nicht verleugnen. Den Stil immer wieder neu erfinden.

Gottesdienst kann man total vielfältig feiern. Ich bin für bunte Vielfalt in unserer Stadt, weil unsere Stadt so bunt ist.

Ich habe mal hier einfach paar Ideen niedergeschrieben. Einfach mal aus der Box heraus gedacht. Das heißt nicht, dass ich es so umsetzen möchte.

Schlussendlich braucht es einen Gottesdienst, der in den Kontext passt. Die Leitfrage die sich mir immer stellt ist, wie ich, meine Kirche und unsere Stadt Gottes Schönheit am Besten erleben können.

————————————————————————————-

Hier nun mal  “Out of the box Ideas” für den Gottesdienst

1. Samstag Nachmittag Gottesdienst. Sonntags ist man ja auch in Cafés, in Parks, am Mainufer, die meisten Musiker in Proberäumen, auf Flohmärkten…

2. Oder wie wäre es mit Montag Abend? Da geht doch ziemlich wenig in Frankfurt!

3. Einen Weihnachtsgottesdienst an Ostern feiern. Gehört doch irgendwie zusammen und scheint grotesk.

4. Oder noch revolutionärer: An Weihnachten Ostern feiern.

5. Wie wäre es, wenn ein Liveset DJ der Bandleiter wäre?

6. Gottesdienst als eine Zeitspanne – Ein Kommen und Gehen wann man möchte. Ein Freiraum Gott zu zelebrieren.

7. Einmal im Monat, anstatt eines “normalen” Gottesdienstes sich mal in der Stadt sozial engagieren! Das ist auch Gottesdienst!

8. Kein Frontalgottesdienst, sondern Stationengottesdienst, wo man frei Schnauze hingehen und kreativ werden kann.

9. Warum nicht seine Yogamatte mitbringen und im Gebet meditieren?

10. Einfach mal einen Künstler während der Musik oder der Predigt ein Bild malen lassen

11. Wie wäre es Gottesdienst mal in freakigen Locations zu feiern. Empfangshallen von Wolkenkratzer im Bankenviertel, unter der Brücke, im Bordell, im Park, auf dem Dach eines Hotels mit Skylineview oder ganz klassisch in einer Kirche.

12. Oder im Schimmbad, dann könnte man spontan Leute taufen, wenn sie das gerne möchten.

13. Normal ist die Bühne ja da wo vorne ist. Warum nicht einfach mal alles im Mittelpunkt einer Kreisfläche haben.

14. Apfelwein für das Abendmahl benutzen

15. Gottesdienst als großes Dinner im Park mit langen Tischen mit allen Freunden.

16. Gottesdienst als Brunch mit Tiefgang

17.  Gottesdienst feiern, indem man alle Obdachlosen zum Essen einlädt.

18. Gottesdienst im Flughafen.

19. Einfach mal ein Mitternachtsgottesdienst feiern.

20. Gottesdienst als Poetry Slam zu einem Thema.

21. Hip Hop Musik zum Abgehen

22. Oder einfach gar keine Musik mit Texten – einfach nur Lounge-chillout

23. Predigen wo man bewusst aus dem Publikum dazwischen Funken kann und man in ein Gespräch kommt

24. Gottesdienst mit Sofas, stylischen Stühlen, einer Bar und netter Clubatmosphäre.

25. Gottesdienst wie ein Comedian & Kabarettabend – durch Humor Gott besser kennen lernen.

26. Barkirche – man unterhält sich an Tischen mit Basis eines Inputs.

27. 1/2 Event und 1/2 soziale Aktion. Empfangen und Geben. Konsumieren und Kreieren.

…was sind deine Ideen? Teile sie mir mit HIER

 

Vier Dinge, die ich mir niemals in meiner Kirche wünsche

Ich bin ein positiver Mensch. Ich formuliere gerne positiv.

Heute ist alles Anders. Heute formuliere ich negativ. Eben so wie ich Kirche nicht erleben möchte. Niemals.

Ich lade Dich ein in eine Reise voller Negativität. Voller Ideen, die ich nicht mag. Einfach mal das Gegenteil von dem, was gut ist. Das Gegenteil von dem, was wir in Deutschland doch so viel brauchen: Positives Denken, Lob und Dankbarkeit.

Ich merke, während ich diese Zeilen schreibe eine unschöne Atmosphäre in mir. Ich merke wie mich das irgendwie runter zieht. Der Gedanke negative Dinge ins Auge zu schauen, sie nicht zu ignorieren, sondern sie auf zu nehmen, damit Wunden heilen können. Wunden, die Du vielleicht mit dir trägst, egal ob du ohne Gott lebst oder der christliche Glaube eine sehr intensive Rolle in deinem Leben spielt.

Und das ist mein Anliegen. Ich schreibe nicht aus einem Frust heraus, sondern aus Fürsorge. Mein Anliegen ist, dass das, worum es in Kirche geht, schöner wird. Deswegen ignoriere ich kein Schwarz. Fehler sind dazu da sie anzugehen.

Vielleicht ist es mein rhetorisches Stilmittel, gerade das damit zu erreichen, was ich hier nun negativ niederschreibe. Zu erreichen, dass Du voller Ermutigung, Herausforderung und Liebe bist, sobald du diesen Artikel fertig gelesen hast. Zu erreichen, dass das Evangelium der tiefen wertschätzenden und radikalen Liebe Jesu alles ist, was meine Kirche und auch unser Leben ausmachen darf.

Nun zu den…

…vier Dingen die ich hasse, wenn sie in Kirche vorkommen.

1. Wenn Kirche gesetzlich ist. Wenn Kirche Menschen, indem sie Regeln gebrochen und versagt haben, in das richtige Verhältnis zu den Geboten und nicht zu Jesus stellen möchte. Wenn sie keine Liebe mehr hat, was Verständnis und Geduld für Menschen mit sich bringt. Wenn Kirche nicht mehr der toleranteste Ort der Welt ist, mit Versagen umzugehen, sodass Menschen in die Freiheit geführt werden. Wenn Kirche urteilt. Richtet. Sich über Andere hinweg setzt. Sich als besser empfindet und dabei sich schleichend leise aus dem Leben der Welt ausklingt, so als ob nichts gewesen wäre.

2. Wenn Kirche gleichgültig ist. Wenn Kirche zu nichts mehr steht, was sie eigentlich im Kern nach der Bibel auszeichnet. Wenn sie keine klare Meinung mehr hat. Wenn alles verwaschen ist. Wenn Kirche dadurch seine Identität verliert. Wenn Kirche keine Orientierung in einer Welt der Alloptionalität bieten kann. Wenn Kirche Opfer seines Zeitgeistes wird und damit unglaubwürdig wird, weil sie immer nur das Blut der Hunde leckt.

3. Wenn Kirche nur spricht, aber nicht ist. Wenn Kirche etwas vorgibt zu sein, was sie nicht ist. Wenn Kirche dir hundert mal erzählt dass du geliebt bist, du aber keine Liebe dort spürst. Wenn Kirche dir tausendmal kommunizieren möchte, dass du zuhause bist, du aber rastlos selbst dort kein Zuhause finden kannst.

4. Wenn Kirche nur noch eine Inszenierung seiner selbst ist. Frei nach dem Motto: “Wer viel von großen Effekten versteht, kann auf Realismus verzichten.” Wenn Authentizität schwindet und das heilige Leben als Show zum Schein, anstatt zum Sein verkommt. Wenn Kirche zu einem Haufen von Marionetten der Oberflächlichkeit verkommt.

Fazit aus den vier Punkten

Es geht hier weder um Konservativität, noch um Liberalismus. Mit diesen Kategorien kann ich nichts mehr anfangen. Es geht mir um die radikale gnadenlos gnadenvolle Liebe eines Gottes zu uns Menschen. Diese Liebe lässt nicht kalt, sondern erhitzt eine Kirche so sehr, dass sie wertschätzend, großzügig, vergebend, verständnisvoll, klar, deutlich, authentisch und glaubwürdig ist. Eine Kirche die nicht abhängig von dem Umständen ihrer Zeit zusammen bröckelt, sondern sich von dem abhängig macht, der als Gott selbst mitten in diese Welt gekommen ist um mit uns zu leben, zu leiden und zu sterben. Jesus Christus. Kein anderer Name.