2 Lebensweisheiten, die ich beim Fasten gelernt habe

Ich hab es getan. Das erste mal. Ich hab eine Woche keine Nahrung gegessen und mich hauptsächlich von Wasser „ernährt“. Ab und zu mal ein Brühwürfel war drin, damit ich ein paar Salze bekomme.

Meine Motivation zu Fasten war nicht in erster Linie die Gesundheit (Heilfasten) und auch keine Gesetzliche (typische Fastentage), sondern eine tiefe spirituelle spezifische Situation – Ein Wunsch danach, dass Gottes Schönheit & Freiheit in Frankfurts Menschen sichtbar wird.

Fasten ist für mich kein Gesetz. Es ist kein Ableisten von guten Taten. Es ist keine Gewissensberuhigung. Es ist kein Beichten für unmoralische Taten.

Es ist einfach ein Ausdruck einer Sehnsucht – Eine Verstärkung eines Anliegens.

Dabei habe ich zwei sehr wichtige Lebensweisheiten während des Fastens gelernt

 1 VERZICHT IN EINER WELT DER SOFORT-BEFRIEDIGUNG

Ich bekomme alles. Immer sofort.

Ich wohne auf einer stark frequentierten Straße in Frankfurt über einer U-Bahn Station. Ich kann Tag und Nacht konsumieren. In Reichweite eines kleinen Spaziergangs bekomme ich bis 24:00 im Rewe alles. Ganz zu schweigen von Spätis und Dönerbuden.

Ich weiß nicht in welche Apotheke ich gehen soll, weil beide in anfassbarer Nähe sind. Rossmann oder DM? Beides direkt in Augenweite.

Es geht schnell. Sofort. Wie Selbstbefriedigung. Ich muss nicht viel investieren und bekomme alles für den schnellen Augenblick. Für mich. Für mich. Mich. Fast Food² 

Ich lebe in einem Setting, wo es keine materiellen Nöte mehr gibt. Die wenigsten Menschen kämpfen um ihre Existenz.

Paradoxerweise betteln parallel viele Menschen vor meiner Haustüre…

Dankbarkeit ist etwas, was bei uns einen Stellenwert hat, der über jede Dimension gereift ist.

Was ist Dankbarkeit für dich? Spürst du dieses tiefe Glück von Dankbarkeit überhaupt noch?

Das Gefühl für etwas dankbar zu sein, weil es nicht selbstverständlich ist, dass ich es habe.

Vielleicht weil ich mich so an Dinge gewöhne und klammere, dass ich sie nicht loslassen kann. Dabei merke ich, dass ich nicht die Dinge besitze, sondern sie mich.

Es liegt eine Schönheit in der Disziplin des Verzichts. Nicht immer sofort alles befriedigt zu bekommen stärkt meinen Charakter.

Ich kann besser mit Nöten umgehen. Ich schätze die Schönheit des Essens in einer neuen Dimension, die dem Essen gebührt.

Ich werde sensibler für meine Mitwelt und deren Sorgen und Ängste.

Verzicht macht uns zu Menschen, die rücksichtsvoll ihr hässliches Ego bei Seite legen, um Liebe in die Welt zu sprühen.

Ist doch abgefahren, was man durch Verzicht neu entdeckt? Es klingt paradox: Verzicht führt zu Vergnügen.

Und

2 DURCH FASTEN ENTSTEHT EINE -ERFÜLLTE LEERE-

Fasten bedeutet sich zu Leeren und schwach zu werden. Schwach zu werden in einem Setting das Fehler idealerweise nicht duldet.

Ich verbrauche mich in zu vielen Arbeitsstunden und merke im Alltag nicht, wie ich dabei ausschlauche.

Durch das Fasten entsteht eine erfüllte Leere in mir. Ich habe kein Hungergefühl mehr. Ich richte meinen Hunger nun auf die wichtigen Dinge des Lebens. Die Dinge die meine Identität bilden.

Dem Sinn, meiner Spiritualität – in meinem Falle der Schönheit Jesu.

Ich merke, dass es nicht auf mich ankommt. Der Gedanke, dass ich es schon schaffen kann erdrückt eine Gesellschaft.

Zu hohe Erwartungen und Anforderungen stehen einem zu geringen Können gegenüber.

Gerade in meiner Generation XYZ oder wie auch immer, die auf dem Wohlstand ihrer Eltern und Großeltern sich vergnügt und ganz nebenbei viel zu hohe Erwartungen hat, die man selbst und eine Gesellschaft nicht erfüllen kann

Sei du. Leer. Lass dich füllen. Nicht mit Druck, sondern durch Schönheit was Satt macht. Schönheit sättigt. Wer ist nicht gesättigt nach einem Sonnenuntergang an der griechischen Mittelmeerküste? Hier ist ein von mir geschossenes Foto:

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Was macht dich wirklich satt? Nicht kurzfristig. Wir wissen alle das man drei Cheeseburger bei McDonnalds essen kann und in einer Stunde wieder Hunger hat.

Aus meiner Perspektive ist es Jesus Christus, der satt macht. Das klingt abstrakt.

Ich werde leer – Mein Ego bröselt sich auf – Jesus als Sinnbild für selbstlose Nächstenliebe kommt in mich hinein. Transformiert mich. Stück für Stück in einer Person, die sich nicht, aber ihr Ego aufgibt.

Es liegt eine tiefe Schönheit in der Leere – Gerade wenn man während dem Fasten durch die Straßen einer Stadt geht, die voll gepackt ist mit Trubel, Informationen und Terminstress.

FAZIT

Fasten heißt Verzicht und damit Vergnügen, weil aus dem Verzicht Dinge erwachsen, die mich reifer machen und meinen Charakter schön machen.

Und Fasten bedeutet schwach und leer werden – Zu merken, dass gerade die Leere die Voraussetzung ist, in meinem Alltagstrott, mit Schönheit der Liebe Gottes gefüllt zu werden.

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