Postmoderner Ablasshandel – wht th fck!

Wir schimpfen auf die katholische Kirche.

Zölibat. Missbrauch. Sexuell. Finanziell. Kreuzzüge. Ablasshandel.

Ach du scheiße. Was für ein Strafenregister einer Kirche, die doch eigentlich Liebe geparkt hat? Was ist da nur los?

Mensch, sag man sich – Mit so einer Kirche will man nichts zu tun haben! Und in der Tat – Die katholische Kirche kommt in den Gesprächen über Spiritualität hier in Frankfurt besser schlecht als recht weg.

Vor allem, dass man im Mittelalter Menschen, die Lateinisch nicht verstanden haben, teilweise so um die Rübe ausgetrickst hat, um Geld zu machen.

Das mit dem Angstmotiv des erfundenen Fegefeuers. Tja, damals war das noch ein Grund sich freizukaufen. Man spielte mit der gesellschaftlichen und spirituellen Angst der Menschen.

 

Wir sind ja heute so postsäkular aufgeklärt. Katholische Kirche ist längst überwunden.

 

Dabei handeln wir mit Ablässen. Jeden Tag.

Um geliebt zu sein – um Wert zu erlangen geben wir ein Scheiß Geld aus. Wir investieren Zeit, ja wir opfern Zeit auf Kosten von Familie und den wirklich wichtigen Dingen des Lebens.

Wir betreiben Ablasshandel! Wir versuchen uns unsere Erlösung aus unsere Unglückseligkeit zu erkaufen.

Mit Sex. Autos (sogenannte Penisverlängerung). Drogen, Flucht in eine Scheinwelt. Macht. Einfluss. Beziehungen. Musik. Was auch immer unser Fluchtpunkt ist, um der Realität des Lebens den Stinkefinger zu zeigen.

Und ja – die Welt ist irgendwie scheiße! Sieht man ja. Trump wird vielleicht Präsident, die AFD wird zur bürgerlichen Partei, Türkei ist nicht der bequemste Partner, die ganzen Terroranschläge in Europa und sowieso in der arabischen Welt. Massentierhaltung, Menschenhandel von 27 Millionen Sklaven.

Gibt’s noch irgend einen positiven Scheiß in dieser Welt?

Weil wir uns danach sehnen und tief daran glauben, dass es das gibt. Wir glauben an Glückseligkeit. Es ist ganz tief in unser aller Herz verborgen. Ganz tief sind wir Optimisten, dass da etwas sein könnte, was uns zufrieden macht, allerdings übergeordnet steht.

Wir geben uns allerdings mit den Schätzen der Welt so schnell zu frieden. Wir sind zu schnell befriedigt sagt C.S. Lewis.

Wir dopen uns mit all den guten Dingen und vergöttern sie wie ein Gott. Wir opfern wie Heidnische Barbaren auf der Suche nach Wertschätzung.

Wir sitzen 15 Stunden hinter dem Schreibtisch um unser Befriedigung zu erkaufen. Wir opfern die Zeit, dir wir unserem Körper, unserer Seele, unseren Freunden und im Idealfalle auch Gott widmen sollten.

Fuck! Wir sind so versklavt in der nie endenden Wachstumsidee – nie befriedigt.  Rob Bell beschreibt in seinem neuen Buch „How to be here“ treffend: There is a difference between craft and success. (…) Craft is your awareness that all the hours you are putting in are adding up to something. (…) Success is different. (…) Success can never get enough.

Erfolg in deinem Leben – Glück in deinem Leben wird NIE befriedigt. Wir leben im System des Kapitalismus, der uns das doch vor Augen malt! Gerade unsere materiell reichen Nationen sind sind Suizid-gefährdet! Ja jetzt ist es ja schon eine Möglichkeit sein Leben zu gestalten – Sich umzubringen als Legimiation der stärksten Form von Weltflucht.

Warum sind wir so depressiv?, fragt Samy Deluxe in seinem Klassiker „Weck mich auf“

Wir sind es, weil wir suchend im Strudel des Nie-Befriedigt-Seins uns bewegt – uns treiben lassen von Beziehung zu Beziehung, von Nacht zu Nacht, von Meeting zu Meeting. Wir sind lebendige Tote.

 

Das ist postmoderner Ablasshandel.

 

Was für ein scheiß Konzept!

 

Ich habe bewusst mal meine Antwort auf das Problem nicht verfasst und warte auf deine Ideen…

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