Vier Dinge, die ich mir niemals in meiner Kirche wünsche

Ich bin ein positiver Mensch. Ich formuliere gerne positiv.

Heute ist alles Anders. Heute formuliere ich negativ. Eben so wie ich Kirche nicht erleben möchte. Niemals.

Ich lade Dich ein in eine Reise voller Negativität. Voller Ideen, die ich nicht mag. Einfach mal das Gegenteil von dem, was gut ist. Das Gegenteil von dem, was wir in Deutschland doch so viel brauchen: Positives Denken, Lob und Dankbarkeit.

Ich merke, während ich diese Zeilen schreibe eine unschöne Atmosphäre in mir. Ich merke wie mich das irgendwie runter zieht. Der Gedanke negative Dinge ins Auge zu schauen, sie nicht zu ignorieren, sondern sie auf zu nehmen, damit Wunden heilen können. Wunden, die Du vielleicht mit dir trägst, egal ob du ohne Gott lebst oder der christliche Glaube eine sehr intensive Rolle in deinem Leben spielt.

Und das ist mein Anliegen. Ich schreibe nicht aus einem Frust heraus, sondern aus Fürsorge. Mein Anliegen ist, dass das, worum es in Kirche geht, schöner wird. Deswegen ignoriere ich kein Schwarz. Fehler sind dazu da sie anzugehen.

Vielleicht ist es mein rhetorisches Stilmittel, gerade das damit zu erreichen, was ich hier nun negativ niederschreibe. Zu erreichen, dass Du voller Ermutigung, Herausforderung und Liebe bist, sobald du diesen Artikel fertig gelesen hast. Zu erreichen, dass das Evangelium der tiefen wertschätzenden und radikalen Liebe Jesu alles ist, was meine Kirche und auch unser Leben ausmachen darf.

Nun zu den…

…vier Dingen die ich hasse, wenn sie in Kirche vorkommen.

1. Wenn Kirche gesetzlich ist. Wenn Kirche Menschen, indem sie Regeln gebrochen und versagt haben, in das richtige Verhältnis zu den Geboten und nicht zu Jesus stellen möchte. Wenn sie keine Liebe mehr hat, was Verständnis und Geduld für Menschen mit sich bringt. Wenn Kirche nicht mehr der toleranteste Ort der Welt ist, mit Versagen umzugehen, sodass Menschen in die Freiheit geführt werden. Wenn Kirche urteilt. Richtet. Sich über Andere hinweg setzt. Sich als besser empfindet und dabei sich schleichend leise aus dem Leben der Welt ausklingt, so als ob nichts gewesen wäre.

2. Wenn Kirche gleichgültig ist. Wenn Kirche zu nichts mehr steht, was sie eigentlich im Kern nach der Bibel auszeichnet. Wenn sie keine klare Meinung mehr hat. Wenn alles verwaschen ist. Wenn Kirche dadurch seine Identität verliert. Wenn Kirche keine Orientierung in einer Welt der Alloptionalität bieten kann. Wenn Kirche Opfer seines Zeitgeistes wird und damit unglaubwürdig wird, weil sie immer nur das Blut der Hunde leckt.

3. Wenn Kirche nur spricht, aber nicht ist. Wenn Kirche etwas vorgibt zu sein, was sie nicht ist. Wenn Kirche dir hundert mal erzählt dass du geliebt bist, du aber keine Liebe dort spürst. Wenn Kirche dir tausendmal kommunizieren möchte, dass du zuhause bist, du aber rastlos selbst dort kein Zuhause finden kannst.

4. Wenn Kirche nur noch eine Inszenierung seiner selbst ist. Frei nach dem Motto: „Wer viel von großen Effekten versteht, kann auf Realismus verzichten.“ Wenn Authentizität schwindet und das heilige Leben als Show zum Schein, anstatt zum Sein verkommt. Wenn Kirche zu einem Haufen von Marionetten der Oberflächlichkeit verkommt.

Fazit aus den vier Punkten

Es geht hier weder um Konservativität, noch um Liberalismus. Mit diesen Kategorien kann ich nichts mehr anfangen. Es geht mir um die radikale gnadenlos gnadenvolle Liebe eines Gottes zu uns Menschen. Diese Liebe lässt nicht kalt, sondern erhitzt eine Kirche so sehr, dass sie wertschätzend, großzügig, vergebend, verständnisvoll, klar, deutlich, authentisch und glaubwürdig ist. Eine Kirche die nicht abhängig von dem Umständen ihrer Zeit zusammen bröckelt, sondern sich von dem abhängig macht, der als Gott selbst mitten in diese Welt gekommen ist um mit uns zu leben, zu leiden und zu sterben. Jesus Christus. Kein anderer Name.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

CommentLuv badge